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Feldbahn Digital?

Über dieses Thema habe ich lange nachgedacht. In den letzten Jahren habe ich mich ausgiebig mit dem Selectrix-System beschäftigt. Eine völlige Aufgabe des digitalen Betriebs kommt nicht in Frage. Die angenehmen Eigenschaften möchte ich nicht missen. Nur wie wird das Digital-System eingesetzt? Grundsätzlich wird bei jedem Digitalsystem zwischen Fahren, Schalten und Melden unterschieden. Die drei Betriebsarten möchte ich für meine Einsatzzwecke näher erläutern.

Selectrix-Dekoder

Digitales Fahren

Für den Fahrbetrieb soll auf jeden Fall das Selectrix-System eingesetzt werden. Die modernen Selectrix-Fahrzeugdekoder sorgen in Verbindung mit den eingesetzten Faulhaber-Motoren der Fahrzeuge für ausgezeichnete Fahreigenschaften bei niedrigen Geschwindigkeiten. Die Höchstgeschwindigkeit kann vorbildgerecht im Dekoder hinterlegt werden. Außerdem können mehrere Fahrzeuge in Traktion eingesetzt werden. Ein Lorenzug mit 2 Feldbahn-Dieseln - ein Highlight jeder Anlage. Das digitale System vereinfacht die Stromkreisführung immens. Es gibt nur einen Stromkreis für die Gleisversorgung. Einen Selectrix-Booster benötige ich bei der geringen Last nicht.

Der Aufwand ist allerdings für meine geplanten 2-3 Fahrzeuge sehr hoch. Es wird eine komplette Selectrix-Zentrale mit Handregler benötigt. Dazu kommt noch eine geeignete Stromversorgung und eine Programmiermöglichkeit für Lokdekoder (Zentrale mit Programmer oder Zentrale mit/plus Interface und Computer-Software). Alle derzeit erhältlichen Selectrix-Zentralen dafür sind überdimensioniert. Am überzeugendsten finde ich das Rautenhaus (externer Link)-Konzept. Eine Zentrale als Blackbox unterhalb der Anlage montiert und dazu 2 Fahrregler. Da ich noch eine MÜT (externer Link)-Zentrale (MC2004) habe, werde ich diese einsetzen.

Als besonderes Bonbon können auch Soundmodule über Selectrix Susi-Dekoder betrieben werden. Geräusche von Feldbahn-Dieseln sind für die Micro-XS Module der Firma Dietz (externer Link) verfügbar (derzeit zwei). Wenn die Kombination aus Sounddekoder, Selectrixdekoder und Lautsprecher nicht in eine Lore einbaubar ist, so kann das Modul auch stationär betrieben werden. Das macht wahrscheinlich auch mehr Sinn, da der Einbau nur in einen Feldfrucht- oder Torfwagen erfolgen kann. Ein Lorenzug, der immer einen Torfwagen mitführt, ist nicht wirklich vorbildgerecht. In die kleine Lok von Écore (externer Link) passt der Sounddekoder nicht hinein - schade eigentlich.

Das digitale Fahren - wenn auch ohne Computersteuerung - ist auf jeden Fall ein Muss. Die Digitalisierung der 0f-Fahrzeuge ist meist problemlos möglich (siehe OMZ 117 und NS2). Im Bereich der H0f-Fahrzeuge sieht die Situation etas anders aus. Aufgrund der geringen Baugröße ist der Einbau von Digitaldekodern nicht möglich. Hier werde ich wohl analog fahren.

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Digitales Schalten

Unter dem "digitalen Schalten" versteht man die Steuerung von Verbrauchern (Weichen, Signale etc.) vom Digitalsystem aus. In meiner Feldbahn-Konzeption kommen nur Weichen vor. Im Vorbild der Feldbahnen waren Signale wegen des vereinfachten Bahnbetriebes nicht üblich.

Das digitale Schalten von Weichen ist für meine Zwecke nicht sonnvoll, da kein Steuerungscomputer zum Einsatz kommt. Im Gegenteil möchte ich mechanische Antrieb einsetzen. Ein elektrischer Torantrieb, z.B. ein Tor eines Lokschuppens, kann durchaus mittels Servomotor ausgeführt werden. Hierfür ist aber keine Digialsteuerung notwendig.

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Digitales Melden

Wenn die Position eines Fahrzeugs an das Digitalsystem gemeldet wird, so entsteht meist die Frage nach dem wie. Im Selectrix-System kennen wir zwei Arten von Meldern. Neben den Gleisbesetztmeldungen über Belegtmelder gibt es die Gleiskontakte. Der Einsatz von Gleisbelegtmeldern bezieht sich immer auf einen Abschnitt. Ein überwachter Abschnitt hat irgendwo eine Länge. Ein Gleiskontakt bezeichnet einen speziellen Punkt.

Beim Einsatz einer Computer-Steuerung sind Gleisbesetztmeldungen immer der Favorit. Die Software kann auch in einem längeren Abschnitt für das punktgenaue Halten sorgen. Wie verhält es sich mit einfachen Steuerungen ohne Computer? Das MC2004 von MÜT (externer Link) unterstützt Fahrstraßen und Pendelautomatiken. Das CC2000 von Trix hat seit einiger Zeit ein Fahrstraßen-Chip. Hier werden meist punktuelle Meldungen benötigt, die besagen, dass ein Zug irgendwo an einem Punkt X angekommen ist.

Ein Zug besteht i.d.R. aus einer Lok und einer Menge von Wagen. Der Gleiskontakt wird immer dann ausgelöst, wenn der Anfang des Zuges den Gleiskontakt berührt oder in den überwachten Abschnitt einfährt. Am Anfang und Ende des Zuges werden in jedem Falle Einrichtungen benötigt, die die Meldung auslösen. Im Falle der Gleiskontakte ist das recht einfach. Jeder Wagen und jede Lok hat an der Unterseite einen kleinen Magneten. Im Gleisbett wird ein Sensor (Reed-Kontakt oder Hall-Sensor) versteckt. Der Sensor wird über einen Eingabebaustein mit dem Selectrix-System verbunden. Günstigerweise besitzt jedes Fahrzeug einen Sensor. Damit erspart man sich den typischen Schlusswagen.

Im Falle der Gleisbesetztmeldung wird der Stromfluss erkannt. Loks haben durch den Motor immer einen Stromfluss. Bei Waggons muss ein wenig nachgeholfen werden. Mit Widerstandslack müssen die Laufflächen der Räder einer Achse verbunden werden.

Gleisbesetztmeldungen sind sicher schick und kostengünstiger als gute Gleismelder mit Hall-Sensoren. Durch kurze Gleisabschnitte kann der gleiche Effekt wie bei der punktuellen Meldung erreicht werden.

Das digitale Melden macht nur in Verbindung mit einer Computersteuerung Sinn. Die Meldungen sind anderweitig nicht auswertbar. Eine Ausnahme bilden spezielle Features, die einige Selectrix-Zentralen mitbringen. So unterstützt beispielsweise die MC2004 per Softwareerweiterung die Pendelstrecken. Mit dieser Methodik lässt sich eine Pendelfahrt zwischen Tongrube und Rohstoffaufbereitung und zurück realisieren. Auch ein Kreisverkehr mit mehreren Haltepunkten ist möglich. Für jeden Ort werden zwei mit Belegtmeldern überwachte Abschnitte oder Gleismelder benötigt. Der erste Abschnitt ist der Bremsabschnitt. Danach folgt der Halteabschnitt. Die Verweildauer ist für jeden Ort einstellbar. Eine definierte Pendelautomatik ist natürlich an bestimmte Vorgaben wie Zuglänge und Lokposition gebunden. Ein Einsatz unabhängig von der Lokposition (Anfang oder Ende des Zuges) verlangt nach leitenden Achsen (Widerstandslack) der letzten Lore des Zuges.

Der Aufwand scheint in sofern recht hoch, dass für das Modul "Tongrube" zwei belegte Abschnitte benötigt werden. Ein Selectrix-Belegtmelder hat aber immer 8 Eingänge. Die nicht benötigten Ports sind verschenkt. Dennoch ist das Thema ist eine Überlegung wert.

Auf den weiteren Einsatz von Belegt- oder Gleismeldern möchte ich verzichten, da eine Computer-Steuerung nicht in Frage kommt. Für 2 Züge werden keine Fahrpläne benötigt.

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Selectrix-Bremsdioden

Eine sinnvolle Anwendung des Selectrix-Systems besteht in der Verwendung von einteiligen Halteabschnitten. Zwei Anwendungsgebiete fallen mir auf Anhieb ein. Zum einen sind da Gleisenden mit Prellböcken und zum Anderen die Weichen.

Gleisenden

Unabhängig von der Art des Fahrens (Analog oder Digital) muss der Modellbahner dafür Sorge tragen, dass die Lok an Gleisende zum Halt kommt. Passiert das nicht, so fährt die Lok über das Gleisende hinaus oder auf den Prellbock auf. In der analogen Technik bedient man sich hier meist der stromlosen Abschnitte. Kurz vor dem Gleisende bleibt die Lok abrupt stehen. Das Selectrix-System bietet hier einigen Komfort - die Halteabschnitte. Über eine Bremsdiode (Trix 66880, Rautenhaus SLX855 oder Diode BYT03-400/Conrad 155467-62) bremst die Lok nach Einfahren in den Halteabschnitt mit der im Dekoder definierten Verzögerung ab. Dieses Halten trifft nur für die Fahrtrichtung zu. In entgegengesetzter Richtung kann die Lok fahren. Die Richtung der Lok darf im Betrieb nicht durch Kehrschleifen, Drehscheiben oder Gleisdreiecke verändert werden. Das ist die harte Bedingung. Gerade auf kleinen Anlagen, wo ein Rundstrecke nicht eingesetzt werden kann, sind Kehrschleifen ein nettes Feature.

Weichen

Wegen der 2-achsigen Triebfahrzeuge und der damit verbundenen Stromaufnahme über nur 2 Achsen werden Weichen mit polarisierten Herzstücken eingesetzt. Die Polarität des Herzstücks wird dabei über die Weichenstellung vorgegeben. Wenn eine falsch gestellte Weiche aufgefahren wird, entsteht ein Kurzschluss. Dabei fließen kurzzeitig hohe Ströme, die die Stromabnehmer in den Triebfahrzeugen beschädigen können (Kontaktbrand). Ein Schutz dagegen wäre die Verwendung von PTC´s. Interessanter ist die Verwendung von Halteabschnitten.

Wenn die Weiche falsch aufgefahren wird, so bremst die Lok durch die Bremsdiode ab und hält an. Nachdem die Weiche umgestellt wurde, sorgt ein zusätzlicher Kontakt an der Weichenmechanik für eine Überbrückung des Bremsabschnitts. Die Weichenmechanik benötigt 3 Umschalter (2 für Überbrückung Bremsabschnitte und einen für Herzstückpolarisierung). Auch diese Technik funktioniert nur, wenn die Triebfahrzeuge eine definierte Richtung auf der Anlage haben. Kehrschleifen und Drehscheiben sind tabu.

Zusammenfassung

Das digitale Fahren mit dem Selectrix-System macht auch bei kleinen Anlagen im Maßstab 1:45 Sinn. Das digitale Schalten/Melden bringt bei meinen Anforderungen wenig Vorteile. Ich möchte weitestgehend darauf verzichten. Lediglich die Pendelautomatik ist überlegenswert.

Die Frage nach den Bremsdioden hängt einzig und allein an den Kehrschleifen, Gleisdreiecken und Drehscheiben. Hier gilt es abzuwägen, ob man das eine oder das andere möchte. Derzeit möchte ich mich noch nicht auf eine konkretes Vorgehen festlegen, da mir beide Varianten (Kehrschleifen und Bremsdioden) gefallen.

Literaturhinweise

Zum Thema Selectrix sind die beiden neueren Werke von Trix verfügbar. Sie behandeln alle Komponenten des Selectrix-2000 Systems, während das alte Selectrix-Handbuch (1993) nicht mehr so aktuell ist.

  • Selectrix Handbuch Teil 1 (Trix 69008)
  • Selectrix Handbuch Teil 2 (Trix 69009)

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