LKM Ns2 von Nitschke
Das vorliegende Modell wurde von Präzisionsmodellbau Heinrich (externer Link) im Auftrag der Firma Nitschke 1993
gefertigt. Das Modell ist beachtliche 13 Jahre alt und in Handarbeit mit Kleinserienqualität gefertigt.
Heute ist so etwas nicht mehr erhältlich - ein Museumsstück also.
Die schwere Lok besteht vollständig aus Metall (Stahl, Messing) und besitzt für den Antrieb einen
Glockenankermotor. Der Antrieb erfolgt auf beide Achsen, wobei diese starr im Rahmen liegen. Eine
Pendelachse zum Ausgleich von unebenen Gleisabschnitten ist nicht vorhanden. Die
Stromaufnahme erfolgt über alle 4 Räder, wobei das Gehäuse potentialführend ist. Radschleifer sind
nur einseitig vorhanden.
Das Innere der Lok kommt nach dem Lösen der zwei Schrauben an der Unterseite zum Vorschein. Insgesamt
ist das Gehäuse sehr servicefreundlich. Das Fahrzeug kann komplett zerlegt werden. Der
Glockenankermotor gibt seine Kraft über eine Schnecke an das fein untersetzte Getriebe weiter. Auch
dieses ist vollständig aus Metall gefertigt. Das Getriebe ist vorbildgerecht untersetzt, sodass die
Höchstgeschwindigkeit von 8 Km/h im Vorbild modellgerecht wiedergegeben wird. Das Modell schleicht
förmlich über die Gleise. Die Verbindung mit passenden Loren wird mit Kuppelketten und Pinzette
hergestellt. Dazu ist an beiden Enden der Lok ein Kuppeldorn vorhanden.
| Technische Daten des Modells |
| Gewicht | 198 g |
| LüP | 67 mm |
| Höhe (mit Dach) | 55 mm |
| Breite | 30 mm |
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Detailbilder
Nachfolgend ein paar Detailbilder des wunderschönen Fahrzeugs mit Beschreibungen.
Hier das Modell der Ns2 mit 2 Ècore-Feldbahnloren.
Blick auf die Front des Fahrzeugs. Rahmen und Puffer sind
separate Bauteile, die durch Verschraubung miteinander verbunden
sind. Hinter dem Lüftungsgitter an der Frontseite ist die
große Schwungmasse des Motors zu sehen.
Der Hersteller hat hier seine Produktionsdaten verewigt.
Auf dem vorbildgerechten Lokschild ist die Angabe 022/1993 zu erkennen.
Ich nehme mal an, dass es sich bei dieser Angabe um die Seriennummer und
das Herstellungsdatum handelt.
Der Führerstand beinhaltet alle Bedienelemente des Vorbildes. Neben
der Handbremse und Ganghebel des Getriebes ist der Fahrregler
fei detailliert ausfgeprägt.
Seitenansicht der Ns2. Sehr schön ist der Führerstand ausgeführt.
Eine passende Fahrerfigur kann hier noch untergebracht werden.
Die Motorabdeckung ist fein detailliert ausgeführt. Die Klappen sind nicht zum öffnen.
Alles ist aus einem Stück.
Blick auf das Fahrgestell der Lok. Beide Achsen liegen starr im Rahmen.
Einseitig sind Radschleifer an den Innenseiten vorhanden. Die
Stromaufnahme der anderen Seite erfolgt über den metallischen Rahmen.
Nach Abnahme des Gehäuses kommt das Innenleben zum Vorschein. Der
Glockenankermotor sitzt in einem massiven Messingblock. Interessant
ist die Motorbefestigung. Eine kleine Madenschraube hält den Motor
im Block fest. Nach dem Entfernen des Motors kann auch der Motorblock
abgenommen werden (kleine Schraube). Damit wird der Außenrahmen frei und
kann ebenfalls abgenommen werden.
Das Getriebe ist fein untersetzt und besteht vollständig aus Metall.
In diesem Bereich ist Platz für einen Digitaldekoder.
Gesamtaufnahme des Fahrwerks mit der großen Schwungmasse. Das
Fahrwerk allein verleiht dem Fahrzeug ein hohes Gewicht. Die
beidseitigen Puffer können nach Lösen einer Schraubverbindung abgenommen
werden.
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Digitalbetrieb
Wie auch die Deutz OMZ 117 soll das Modell der Ns2 mit dem
Selectrix-System gesteuert werden. Dazu muss ein Selectrix-Dekoder in das Fahrzeug
eingebaut werden. Platz für einen kleinen DHL-100 Dekoder scheint vorhanden. Dieser müsste irgendwo
im Bereich der Motorschnecke oder des Motorblocks platziert werden. Der Motor kann mit
wenigen Handgriffen potientialfrei gemacht werden. Die Masseverbindung ist über ein kurzes
Kabel zum Motorblock mit Schraubverbindung hergestellt.
Das Öffnen des Modells brachte die Gewissheit. Nach dem Lösen der zwei Schrauben an
der Unterseite kann die Gehäuseschale abgenommen werden. Durch Lösen der kleinen Madenschraube an
der Oberseite des Motorblocks kann der Motor aus dem Block gezogen werden. Vorher müssen allerdings
die Drähte an den Motoranschlüssen abgelötet werden. Jetzt liegt die Schraube der
Motorblockbefestigung frei. Nach dem Lösen kann der Motorblock und damit auch der
Fahrgestellrahmen abgenommen werden.
Die Lok besteht nur aus 5 Teilen - ein wirklich wartungsfreundliches
Konzept.
Der Motor ist vom Typ Glockenanker mit einem Durchmesser von 17 mm. Die Länge beträgt auch 17 mm zzgl. der
2 Wellen. Auf der einen Welle ist eine großzügige Schwungscheibe aus Messing aufgezogen.
Übrig bleibt das nackte Getriebe mit den Achsen. Eine weitere Zerlegung scheint nicht möglich.
Durch die lange Vitrinenzeit ist das Fett im Getriebe hart geworden. Die Zahnräder bewegen
sich nur mürrisch. Nach einer Reinigung in Waschbenzin und mit neuem Fett läuft das Getriebe
nun wieder richtig sahnig. Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich die Räder und
Radschleifer gründlich gereinigt.
Alle Teile des Getriebes bestehen aus Metall. Der Block lässt sich scheinbar nicht weiter zerlegen.
Auch die Entnahme der Achsen scheint nicht einfach zu sein. Allerdings wollte ich an dem
Modell auch nicht weiter herum würgen.
Und nun der Dekoder. Die Stromaufnahme des Glockenanker-Motors beträgt bei 12 Volt nur ca. 80 mA.
Licht- und Hornanschlüsse werden nicht benötigt. Ich habe für die kleinere Variante des
Döhler & Haass Dekoders, den DHL-050 entschieden.
Das Fahrzeug ist zwar relativ groß, dennoch ist es innen gut gefüllt. Der massive
Motorblock sitzt millimetergenau im Gehäuse, sodass hier noch nicht einmal Kabel herumgeführt werden
können. Platz scheint nur am Motorblock selbst oder am Getriebe zu sein. Der kleine
Dekoder mit den Abmessungen 6,8 * 13,7 * 2 (B*L*H) hat eine Gesamtbelastbarkeit
von 500 mA. Das sollte wohl reichen. Das Bild zeigt den DHL-050 Dekoder im Vergleich mit
dem DHL-100.
Der Dekoder wird auf der gegenüberliegenden Seite der Motoranschlüsse mit doppelseitigem
Klebeband befestigt. Für die Kabeldurchführung habe ich ein 1,5 mm Loch in den
Motorblock aus Messing gebohrt. Nach entfernen der Litzen für die Lichtanschlüsse mussten
die verbleibenden 4 Litzen verlegt werden. Zwei davon werden direkt an den Motor geführt.
Die dritte Litze erhält Massekontakt am Motorblock.
Die 4. Litze geht an die Radschleifer. Die ausgiebige Probefahrt bestätigte auch, dass der
Dekoder nicht mit thermischen Problemen zu kämpfen hat. Der Einbau und die Verdrahtung
des Dekoders wurden so gewählt, dass ein möglicher Dekoderwechsel problemlos ausgeführt werden kann.
Auch ein Rückbau auf Analogbetrieb ist ohne Weiteres möglich.
Und nun die Ergebnisse der Digitalisierung. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf den
Wert 5 eingestellt. Die Fahrgeräusche in der höchsten Fahrstufe sind hörbar aber
nicht störend. Wenn die Höchstgeschwindigkeit allerdings auf den Wert 7 eingestellt wird, kommt
es zu mächtigen Fahrgeräuschen und Vibrationen. In den erweiterten Dekodern-Parametern wurde
die sehr weiche Regelung (Wert 4) eingestellt. Das Fahrzeug bewegt sich ab Fahrstufe 1. Hier
allerdings so langsam, dass es mehrere Tage benötigen würde, um meine 50 cm lange Teststrecke zu
befahren. Ab Fahrstufe 10 ist eine spürbare Fortbewegung erkennbar. Die folgende Liste
zeigt die auf das Vorbild umgerechneten Geschwindigkeiten (hier der
passende Umrechner):
- Fahrstufe 10: 1,1 Km/h
- Fahrstufe 20: 3 Km/h
- Fahrstufe 31: 7,3 Km/h
In der höchsten Fahrstufe wird die Vorbildgeschwindigkeit erreicht. Der Regelbereich
von 31 Fahrstufen ist bei diesen langsam fahrenden Fahrzeugen viel zu groß. Wirklicher
Fahrbetrieb findet erst ab Fahrstufe 10 statt. Beeindruckend ist das
Schleichen des Fahrzeugs. Auch in geringeren Fahrstufen konnte ich bisher keine
Beeinträchtigungen durch die 2-achsige Stromaufnahme feststellen. Das hohe Gewicht und die
große Schwungmasse der Lok bieten hervorragende Fahreigenschaften.
Insgesamt ein sehr schönes Modell mit ausgezeichneten Fahreigenschaften im digitalen Betrieb.
Nach dem erfolgtem Umbau wartet der Lokführer schon auf sein
betriebsbereites Fahrzeug.
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