Deutz OMZ 117 von Ècore
Das vorliegende Modell wurde von Panier (externer Link) (Marke Écore (externer Link)) gefertigt. Wie alle Lokmodelle
wurde nur eine Serie aufgelegt. Vorher gab es das Modell einige Zeit im
Maßstab 1:32 (Marke Complexx). Für den Maßstab 1:22,5 (Marke Mammut) ist es für
eine Einmalserie angekündigt (Stand 2006). Das Modell ist in Handarbeit mit Kleinserienqualität gefertigt.
Die schwere Lok besteht vollständig aus Metall (Stahl, Messing) und besitzt für den
Antrieb einen Glockenankermotor. Der Antrieb erfolgt auf die hintere Achse, die starr im Rahmen liegt.
Die vordere Achse ist antriebslos als Pendelachse ausgelegt und wird über die Kuppelstangen angetrieben. Die
Stromaufnahme erfolgt über alle 4 Räder, wobei das Gehäuse potentialfrei ist. Radschleifer sind
beidseitig vorhanden.
Das Innere der Lok kommt nach dem Lösen der vier Schrauben an der Unterseite zum
Vorschein. Die zwei vorderen Schrauben befinden sich unter den angeklebten Ballastgewichten.
Der Glockenankermotor gibt seine Kraft über eine Schnecke an das fein untersetzte Getriebe
weiter. Auch dieses ist vollständig aus Metall gefertigt. Das Getriebe ist vorbildgerecht
untersetzt, sodass die Höchstgeschwindigkeit von 15 Km/h im Vorbild modellgerecht wiedergegeben wird.
Das Modell schleicht förmlich über die Gleise. Die Verbindung mit passenden Loren wird mit
Kuppelketten und Pinzette hergestellt. Dazu ist an beiden Enden der Lok ein Kuppeldorn vorhanden.
Das Modell der OMZ 117 wurde von Écore (externer Link) in der Stufe I gealtert. Das entspricht
etwa 5 Betriebsjahren. Da war ich schon recht beeindruckt. Ich würde gern mal ein Modell mit der
Alterungsstufe II (15 Betriebsjahre) sehen.
| Technische Daten des Modells |
| Gewicht | 123 g |
| LüP | 69,5 mm |
| Höhe (mit Dach) | 55 mm |
| Breite | 25 mm |
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Detailbilder
Nachfolgend ein paar Detailbilder des wunderschönen Fahrzeugs mit Beschreibungen.
Das gealterte Modell der OMZ 117 wirkt, wie frisch benutzt. Die Gebrauchspuren
wirken realistisch und verdecken kleinere Fertigungsmängel an diesem Kleinserienmodell. Abgeplatzte
Farbe und kleinere Dellen sehen sehr gut aus.
Ein Blick auf das Fahrgestell zeigt auch hier die gelungene Alterung und Gebrauchsspuren. Scheinbar
wurde Alterung nach der vollständigen Montage durchgeführt. Bei meinem Modell waren die Radflächen
und Radschleifer sehr verschmutzt und beeinträchtigten die Fahreigenschaften.
Das Dach der OMZ 117 ist abnehmbar. Die offene Variante wurde auch im Vorbild häufig eingesetzt. Hier kommen
die Details wie Schalthebel und Sitz sehr gut zur Geltung.
Hier ein Bild einer OMZ 117 ohne Alterung. Das weiter unten beschriebene Problem der vorderen
Bremsbacken in Verbindung mit der Pendelachse ist hier auch sichtbar. Insgesamt sieht das Fahrzeug auch
sehr gut aus, wirkt aber bei weitem nicht so realistisch wie das gealterte Fahrzeug. Im Vorbild
waren Feldbahnfahrzeuge Arbeitstiere, deren Pflege und Erhaltung maist aus Kostengründen keine so
große Beachtung geschenkt wurde.
Ein Blick auf das Heck des Modells zeigt wieder die gelungene Alterung. Sogar die Scheiben sind dreckig.
An einigen Stellen ist hin und wieder auch Rost zu sehen.
Die Motorabdeckungen sind abnehmbar. Dahinter ist die Motorattrappe sichtbar, die den
innenliegenden Faulhabermotor abdeckt.
Die folgenden Bilder zeigen weitere Details des Modells.
Ein Blick in das Führerhaus lässt viele kleine liebevolle Details erkennen. Das Vorbild
des Modells ist wahrscheinlich eine spätere Ausführung mit elektrischem Anlasser. Die
Fahrzeuge der 30ger Jahre hatten noch eine Druckluftflasche für das Anlassen im Führerhaus.
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Antriebskonzept
Die OMZ 117 fährt - wie auch die digital mit dem Selectrix-System.
Der entsprechende Dekoder (Döhler & Haass DHL-100 wurde bereits bei Écore (externer Link) eingebaut.
Das Abnehmen des Gehäuseoberteils gestaltet sich etwas schwierig. Insgesamt sind 4 Schrauben
zu lösen, von denen nur 2 sichtbar sind. Die anderen zwei liegen verdeckt unter den vorderen
Ballastgewichten. Die Gewichte sind mit Kleber punktuell befestigt. Nach dem Zusammenbau müssen
die Ballastgewichte wieder angeklebt werden.
Nach Abnahme des Gehäuseoberteils werden Motor und Getriebe sichtbar. In meinem Modell liegt
über dem Motor ein Digitaldekoder (Selectrix DHL 100). An den Seiten des Motors
befinden sich die von Außen sichtbaren Motorattrappen.
Ein Blick auf das Modell zeigt die große Schwungmasse des Faulhabermotors. Der Digitaldekoder
hat genügend Platz. Für diesen Motortyp (geringe Stromaufnahme) hätte sich auch der kleinere Dekoder DHL-050 geeignet.
Der Faulhabermotor treibt über ein Schnecke/Stirnradgetriebe die hintere Achse an. Der Antrieb
der vorderen Pendelachse erfolgt über die Kuppelstangen. Das Getriebe ist sehr fein untersetzt,
sodass eine vorbildgerechte Höchstgeschwindigkeit realisierbar ist.
Der Blick von unten auf das Modell zeigt die Abdeckung der Radsätze. Das mit 4 Schrauben befestigte
Blech wirkt etwas provisorisch. Nicht nur der merkwürdig aussehende Ausschnitt des Zahnrads, sondern
auch die krumme Form trüben etwas den professionellen Eindruck des Modells.
Nicht unbedingt professionell wirkt die Stromaufnahme des Modells. Am hinteren Radsatz sind
im Bild die Schleifer sehr gut zu erkennen. Scheinbar wurden die Radschleifer vor der
Farbgebung angebracht. Die Befestigung ist sehr wartungsunfreundlich. Zum Reinigen und
Justieren der Schleifer muss das gesamte Fahrwerk zerlegt werden. Dieser Vorgang ist leider
nicht dokumentiert. Das Entfernen des Bodenbleches reicht jedenfalls nicht aus. Gut, dass es 10
Jahre Garantie auf dieses Modell gibt. Das Kleinserienmodell der
Ns2 wirkt in diesem Punkt
wesentlich professioneller.
Hier die vordere Pendelachse im Detail. Die bewegliche Achse besitzt auch diese
eigenartig gebogenen Radschleifer, die schwer justierbar sind. Bei zu starkem Pendelhub
berührt die Lauffläche die Bremsbacken, was zu einem Kurzschluss führt. Ein Nachbiegen der
Bremsbacken ist aber nur bedingt möglich, da die vorderen Ballastgewichte unmittelbar anschließen.
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Fazit
Die OMZ 117 ist ein liebevoll gestaltetes Feldbahnfahrzeug. Maßstab und Proportionen sind insgesamt
stimmig. Die Alterung des Modells ist gelungen und macht das Fahrzeug in jedem Fall ansehnlicher als
die frisch lackierte Variante.
Die elektrische Versorgung des Modells ist dem Preis des Kleinserienmodells nicht angemessen. Das
Reinigen und Justieren oder gar Austauschen der Radschleifer gestaltet sich als schwierige Angelegenheit.
Eine komplette Zerlegung des Fahrzeugs ist nicht beschrieben. Das Pendeln der vorderen Achse
verursacht manchmal Kurzschlüsse bei Berührung der Bremsbacken. Insgesamt hätte ich mir
eine dem Preis angemessenere Lösung gewünscht. Die schon fast historische Ns2
besitzt ein wesentlich ausgelügelteres Konzept.
Die OMZ 117 ist im Modell auch wie im Vorbild etwas kleiner, als die später gebaute
Ns2.
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