Bisher bestehen meine gebauten Lorenmodelle aus Messing. Seit einiger Zeit gibt es von Karlheinz Stümpfl (externer Link) Loregestelle aus Kunststoff als Bausätze. Was liegt näher, als diese Lore einmal zu bauen. Da es nur den Lorenrahmen als Bausatz gibt, habe ich als Aufbau eine Holzbeplankung und Stirnwände gewählt. So werden die Wagen später zum Transport der Fertigprodukte eingesetzt.
Der Größenvergleich in der folgenden Tabelle zeigt eine größere Bauform als bei den Messing-Bausätzen von Écore (externer Link) und Rolf Tonner (externer Link) (siehe auch Stirnwandwagen und Tanklore). Das ist sicher bedingt durch das Waldbahn-Thema und die ursprünglich größere Spurweite 0e. Das tut dem Modellbahner aber nicht weh - im Gegenteil belebt die Vielfalt die Modellbahnanlage. Das ist jetzt mittlerweile bereits die 4. Bauform, die mir in Form von Lorenbausätzen untergekommen ist.
| Modell | Original | |
|---|---|---|
| Länge: | 59 mm | 2,66 m |
| Breite: | 29 mm | 1,31 m |
| Höhe: | 35 mm | 1,58 m |
| Achsabstand: | 21 mm | 0,94 m |
| Masse: | 8 g |
Da die beigelegten Achsen für die Spurweite 0e ausgelegt sind, muss eine Veränderung erfolgen. Das "Zusammenschieben" geht dabei mit einem kleinen Schraubstock leicht von der Hand. Hier fällt auf, dass die Scheibenräder nicht so richtig feldbahn-typisch sind.
Nach dem Aufbau des Lorenrahmens ein erster Vergleich mit anderen Lorentypen. Die Kunststoff-Loren sind doch ein ganzes Stück größer.
Der Aufbau des Stirnwandwagens entstand vollständig aus Holz. Die hier gezeigte Variante mit Seitenteilen aus Messing von Écore (externer Link) gefällt mir grundsätzlich besser. Diese Teile sind auch einzeln erhältlich. Aus Ermangelung geeigneter Abachi-Hölzer habe ich wieder Buchensperrholz mit 1 mm Stärke verwendet. Das Abachi-Holz ist insofern besser geeignet, dass die Alterung zusätzlich durch Bürsten des weichen Holzes erreicht werden kann.
Die Hölzer werden erst grob gesägt und mit Holzleim verklebt. Die Balken sind hier 2 mm Holzleisten gerfertigt. Nach dem Trocknen der Teile erfolgte der Beschnitt und die Säuberung mit Kreissäge und Schleifpapier. Alle Hölzer sind bei Modulor (externer Link) erhältlich.
Dem Aufbau fehlten noch Griffstangen, die schliesslich aus 0,8 mm Messingrohr zugeschnitten und eingeklebt wurden.
Der fertige Wagen benötigt eine Alterung. Fabrikneue Wagen sind wohl kaum anzutreffen. Den Holzaufbau habe ich erst einige Male mit Asoa (externer Link)-Beize verwittertes Holz behandelt. Das Buchenholz erhält dadurch eine dunklere Farbe. Im abschließendem Finish habe ich mit dunkler und heller Puderfarbe von Asoa (externer Link) typische Verschmutzungen aufgebracht. Ein Klarlack-Überzug sichert das Farbpuder auf der Oberfläche.
Nach Fertigstellung des Aufbaus habe ich diesen und das Lorenfahrwerk mit Zweikomponentenkleber dauerhaft verbunden.
Diese Konstruktion mit einem Lorenfahrwerk aus Kunststoff ist preislich eine interessante Alternative zu den Messingmodellen von Écore (externer Link). Letztere gefallen mir vom Erscheinungsbild (Größe und Räder) und von den Proportionen besser. Die KS-Loren (externer Link) sind wegen ihrer 0e-Architektur doch etwas größer. Sehr gut hat mir die Montage der Achsen gefallen. Während das bei den Messingloren immer ein Gefummele ist, geht das Spreizen des Rahmens zum Einsetzen der Achsen völlig problemlos. Auch die Rolleigenschaften mit den Lagerbuchsen aus Nylon sind sehr gut. Zu bedenken ist das niedrige Gewicht, das aber durch Ballast erhöht werden kann.
Hier noch einige Bilder des fertigen Wagens.