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Eine Kipplore von Regner in IIf

Kipplore von Regner

Es war ein ganz gewöhnlicher Tag. Nichts deutete darauf hin, dass etwas Außergewöhnliches passiert. Bei Ebay sah ich zufällig eine Regner-Kipplore zum Verkauf. Bislang kannte ich nur Messing­loren aus Kleinserienfertigung und erstmals Truckrahmen aus Kunststoff von KS-Modell­bahnen. Und da ich auch mal über den Tellerrand auf die größeren Spuren scheuen wollte, wurde diese Kipplore meins.

Nach dem Auspacken die erste Ernüchterung: Einige schwarze Kunststoffteile in einer vergleichs­weise riesigen Schachtel. Schnell wurde mit klar, dass die Firma Regner eine Verkaufsphilosophie besitzt. Kaufe einen Grundbausatz und wähle anschließend Erweiterungen. Diese können einfach sein für Spielbahnen oder detailliert für Liebhaber. Meine Lore mit den Kunststoffachsen und den ein­fachen Kupplungen hat mich nicht glücklich gemacht. Folgendes Zubehör wurde nachbestellt: Metall­achsen, Metall­Kupplungen und eine Kuppelkette. Erst jetzt wirkt die Lore authentisch und sieht im Detail hochwertiger aus. Auch verhilft das höhere Gewicht – erst 38 Gramm, jetzt 72 Gramm – zu angenehmeren Fahreigenschaften. Der Truckrahmen und die Kippmulde aus glänzendem Kunst­stoff wirken noch nicht so richtig – die spätere Alterung wird Besserung bringen. Insgesamt scheint die Lore zu groß.

Vergleiche mit Originalzeichnungen – siehe hier (externer Link) und hier (externer Link) – ergeben folgendes Bild:

 Regner LoreOriginal Lore
ParameterModellVorbild VorbildModell
Raddurchmesser18mm400mm 300mm13,3mm
Raddurchmesser inkl. Spurkranz21,5mm484mm 340mm15,1mm
Achsabstand34mm765mm 550mm24,4mm
Gesamtlänge über Puffer101mm2270mm 1940mm86,2mm
Gesamtbreite45mm1010mm 780mm34,7mm
Gesamthöhe61mm1370mm 1145mm50,9mm
Muldenkipper Höhe35mm787mm 693mm30,8mm
Muldenkipper Breite62,5mm1410mm 1520mm67,6mm
Muldenkipper Länge70mm1580mm 1200mm53,3mm

Für die Darstellung in der Tabelle wurde die Regner Lore ausgemessen und die Werte umgrechnet. In den Spalten der Originallore wurde die Vorbildmaße abgenommen und in den Modellmaßstab um­ge­rech­net.

Die Metallradsätze sehen gut aus und bringen ordentlich Gewicht auf die Waage. Der Durchmesser der Räder ist auch hier zu groß. Vorbildgerechter sind die Feldbahn-Räder aus dem Mammut-Pro­gramm von Carocar. Der Raddurchmesser der Mammut-Räder von 15,7mm entspricht im Vorbild 350mm Rädern. Die Regner-Räder mit 18mm Durchmesser entsprechen 400mm Feldbahnrädern im Vorbild. Und noch ein Problem haben die Regner-Räder: Die Spurkränze sind viel zu hoch.

Die Radsätze sind in den Spurweiten 30 und 32mm bestellbar. Lassen sich die Achsen auf 26,7mm umspuren? Auf den ersten Blick konnte ich das nicht erkennen. Da es am Markt kaum Feldbahnräder zu kaufen gibt, sind die Regner-Achsen eine gute Alternative. Aber die 30mm Spurweite? Ich sehe das mal gelassen. Der Unterschied zwischen 26,7 und 30mm ist jetzt nicht so riesig. Dazu kommt, dass Zubehörmaterialien in ganz unterschiedlichen Maßstäben angeboten werden. So sind viele Figuren in 1:24 und andere Teile in 1:19 gehalten. 30mm Spurweite im Maßstab 1:20 wären auch gerade 600mm im Vorbild.

Zwei Lorenpuffer im Vergleich. Links die Variante aus dem Hause Mammut und rechts der Regner-Puffer und der Kuppeldorn mit Gewinde.
 
Dreimal Lorenräder im Vergleich. Neben der Regner-Variante aus Kunststoff (rechts) gesellt sich eine Ècore Achse in 0f und daneben ein H0f Radsatz.
 

Die Kunststoffteile habe ich mit 2-Komponentenkleber verbunden. Der glänzende Kunststoff musste noch eine Behandlung bekommen. Erst wurde ein Haftgrund mit der Sprühdose aufgetragen, dann ein Grundanstrich mit Model Master Schwarz Matt. Nach der ersten Trocknung habe ich Model Master Farben Gummi und Rost stark verdünnt aufgetregen. Nach einer weiteren Trocknung kamen diverse Pulverfarben hinzu. Neben verschiedenen Rosttönen kam Schmutzpuder zum Einsatz. Als Abschluss erhielt das Modell einen Klarlacküberzug. Dummerweise hat der Klarlack aus der Sprühdose große Teile des Farbpulvers weggeblasen. Also noch einmal Farben auf den noch feuchten Klarlack auftragen und noch­mals lackieren. Jetzt sieht die Lore realitätsnah aus. Schön wäre eine Verformung des Mulden­kippers gewesen, da auch im Vorbild diese Blechteile häufig verbeult waren. Ich hatte das Kunst­stoffteil mit dem Fön erhitzt. Es war schon ordentlich heiß, jedoch nicht heiß genug. Eine andere Lösung wäre die Formgebung über der offenen Flamme, da hat mich der Mut verlassen.

Im direkten Vergleich mit den Mammut-Loren sehen die Regner-Produkte dennoch grob und klobig aus - ein Kompromiss der Großserienfertigung.

Hier ein paar Bilder der farblich noch unbehandelten Lore:

Bilder der fertigen und gealterten Lore:

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fortgesetzt am: 19.10.2010

Zum Vergleich der gealterten Modelllore mit den Originalen gibt es noch einige Fotos abgestellter Loren aus Riedlhütte und Schlanstedt.

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