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Ziegelei Altglietzen (Brandenburg)

Das letzte Mal war ich im Winter 2001 (siehe hier) in Altglietzen. Was hat sich wohl verändert? Schwerpunktmäßig wollte ich mal die "hinteren" Teile ergründen, die seit ca. 20 Jahren in einem tiefen Schlaf ruhen. Der erste Teil zeigt Bilder der Trocknungsanlage, in der die Ziegel nach der Formung bis zum Brennvorgang getrocknet wurden. Der letzten Teil zeigt noch ein paar Bilder der modernisierten Ns2h, die einen neuen Farbanstrich erhalten hat.

Trocknung

Nach der Formung mussten die frischen Ziegel austrocknen. Erst dann konnte der Brennvorgang beginnen. Neben dem Freilandtrocknen, welches sehr witterungsabhängig war, wurden in Ziegeleien oft Trocknungsschuppen eingesetzt. In diesen überdachten, aber dennoch offenen Gebäuden, konnten die Formlinge gschützt ruhen.

Auf diesen Etagenwagen wurden die Formlinge getrocknet. Die Formlinge wurden auf Brettern in den Etagen platziert. Gefüllte Wagen wurden per Muskelkraft in die Trockenschuppen bewegt.
 
Hier ein Bild eines Trockenschuppens. Die Seiten sind zwecks Luftzirkulation offen, während das Dach zur Vermeidung von Wassereinfall abgedeckt ist. Die Etagenwagen wurden in diese Schuppen von dieser Seite eingeführt. Nach der Trocknung konnten diese auf der gegenüberliegenden Seite wieder herausgefahren werden.
 
Die Formlinge verblieben während der gesamten Trocknungszeit auf den Wagen. Das setzt natürlich einen großen Fuhrpark voraus. In vielen Ziegeleien war es früher auch üblich, dass die Formlinge in den Trockenschuppen umgestapelt wurden.
 
Die Trockenschuppen sind nach über 20 jähriger Pause noch in einem guten Zustand.
 
Hier ein kleinerer Etagenwagen auf den Gleisen der Schiebebühne. Diese hatte eine Spurweite von 1000 mm.
 
Die Schiebebühne hatte bereits einen elektrischen Antrieb mit Oberleitung. Die Reste der Strommasten im Hintergrund deuten darauf hin. Da die Wagen der Schiebebühne keinen eigenen Antrieb haben, wird es wohl eine elektrische Lok gegeben haben.
 
Das Bild zeigt einen Wagen der Schiebebühne. Die Etagenwagen wurden von seitlichen Anschlussgleisen (600 mm) auf den Bühnenwagen geschoben. Per elektrischem Antrieb ging es dann zum Trockenschuppen.
 
So sehen Anschlussgleise nach 20 jähriger Rückeroberung durch die Natur aus.
 
An der Rückseite der Trockenschuppen befinden sich wieder Gleise für eine Schiebebühne. Die getrockneten Ziegel wurden hier zur weiteren Verarbeitung transportiert.
 
Hier ein Blick auf die ehemalige elektrifizierte Strecke der Schiebebühne. Viel ist nicht mehr zu erkennen - die Natur hat sich ihr Terrain zurückerobert.
 

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kleine Impressionen

Der Weg durch das ehemalige Ziegeleigelände führte auch alten Muldenkippern vorbei. Interessant ist ebenfalls der Blick in den Ringofen, der museal erhalten ist.

Ein Blick in den sehr gut erhaltenen Ringofen offenbahrt die früheren Arbeitsbedingungen in Ziegeleien. In dem schmalen Gang wurden die Formlinge nach der Trocknung eingelagert. Die "Türen" wurden anschliessend zugemauert. Der Brennvorgang wurde durch Einstreuen des Brennmittels eingeleitet. An der Decke des Ganges sind dazu kleine Öffnungen sichtbar. Der Brennofen hat noch eine zweite Etage, in der das Brennmittel eingeschüttet wurde. Nachdem das Feuer vorbei gezogen war, wurden die zugemauerten Öffnungen wieder freigelegt. Alle Gleise wurden früher meist fliegend verlegt. Die kleineren Loren konnten so von Hand bewegt werden.
 
Hier noch ein Bild der Verwendung früherer Muldenkippen. An Stelle der Lorengestelle wurden Füße angeschweißt, die einen geraden Stand ermöglichen. Befördern kann man diese Muldenkipper per Kran oder Gabelstabler.
 

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Lokmodernisierung

Am auffälligsten wahr wohl, dass die Ns2h einen neuen Farbanstrich erhalten hat. Sie präsentiert sich nun in einem dunklen Blau.

 

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