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Eigentlich habe ich mich nie richtig für den aktiven Modellbau interessiert. Ich hatte in meiner Kinderzeit zwar eine fertige Modellbahn in Spur TT, allerdings war bis auf die Elektrik der Bau/Umbau nie ein Thema. Es war eine richtige Spielbahn.
Dagegen waren die großen Bahnen schon immer faszinierend. So zog sich das Leben viele Jahre hin.
1998 kam dann die erste ernsthafte Beschäftigung mit dem Thema Modellbahn. Durch Zufall gelangten einige Modellbahn-Kataloge in meine Hände. Zum ersten Mal hörte ich etwas von digitalen Modellbahnen und Steuerungen via Computer. Das war es - so wurde das Hobby geboren. Das einzige ausgereifte und verfügbare System zu dieser Zeit war Selectrix. Die Entscheidung wurde nach kurzer Zeit für den Maßstab 1:160 getroffen. Eine digitale Startpackung von Trix in Spur N brachte den ersten Kontakt mit dem Digitalsystem Selectrix.
Die erste Modellbahn sollte groß werden. Eine digitale Anlage in Spur N (Epoche III) sollte mein Herz erfüllen. Zu Beginn musste erst einmal getestet und gespielt werden. Es entstand eine erste kleine Modellbahnanlage aus dem Startset mit einigen Erweiterungen. Ein Lok-Control, Funktionsdekoder und Weichen kamen dazu. Später wurde die Testanlage noch um Belegtmelder und Computer-Interface ergänzt.
Genau genommen war das Thema der digitalen Steuerung mit Selectrix viel spannender als die eigentliche Modellbahn. Zum einen waren die Triebfahrzeuge in Spur N zu digitalisieren - eine nicht immer leichte Aufgabe, da das Platzangebot für Dekoder und Verkabelung sehr beschränkt ist.
Zum anderen waren da die Selectrix-Komponenten, für den Bereich Schalten und Melden. Neben interessanten Teilprojekten wie die digitale Drehscheibe und einer Stromversorgung habe ich mich vorrangig dem Bau von peripheren Selectrix-Komponenten gewidmet.
Selectrix war bis zum Jahr 2000 ein relativ geschlossenes System. Es gab jede Menge Komponenten und alles war gut verfügbar. Nur der Eigenbau von Komponenten war wegen fehlender Offenlegung und komplizierter Bauelemente nicht so recht möglich. Das änderte sich nun. Döhler & Haass brachten einen Weichendekoder zum Selbstbau auf den Markt und Uwe Magnus (externer Link) entwickelte eine Reihe von Bausätzen.
Die Krönung dieser Entwicklung schien mir das Komponenten-Konzept von Stefan Reinhardt (externer Link). Erstmals war der Eigenbau aller wesentlichen Komponenten wie Belegtmelder, Funktionsdekoder und Eingabedekoder möglich. Die Platinen können mit einfachen Mitteln selbst hergestellt werden. Auch die Prozessoren können über den eigenen PC programmiert werden.
Mein Modellbahn-Hobby bestand mehr im Sammeln und Bauen an der Peripherie. Eine Modelbahn-Anlage in Spur N ist nie entstanden. Ich glaube, dass mir die Auswahl eines geeigneten Motivs nie gelungen ist, obwohl das Grundthema abgesteckt war. Ich hatte mal mit dem Bau eines Bahnbetriebswerks für Dampfloks (Epoche III mit Ringlokschuppen und Drehscheibe) begonnen und später wieder verworfen.
Stattdessen hatte ich eine beachtliche Menge von Triebfahrzeugen gesammelt und die meisten davon mit Selectrix-Dekodern ausgestattet. Auch Motorenumbauten waren bei einigen Fahrzeugen erforderlich. Nachteilig erschien mir dabei die Laufeigenschaften der meisten Triebfahrzeuge in Spur N. Schließlich war da eine Unmenge an Fahrzeugen und Baumaterial, aber keine Vorstellungen einer thematischen Umsetzung. Es fehlte an einer Gesamtkonzeption. Das endete schließlich in einem Bruch und der Auflösung des gesamten Materials.
Mein Ziel war ein kleiner Ausschnitt der realen Welt, ein abgeschlossenes Thema mit hochwertigen Fahrzeugen in einer interessanten Baugröße. H0-Schmalspur schien ein ausgezeichnetes Thema. Feldbahn oder ein Straßenbahn-Thema waren auch geeignet. Eine Schmalspuranlage im Maßstab 1:87 benötigt nicht mehr Platz als eine Spur N Anlage. Es wird einfach weniger Material eingesetzt. Ich habe die Harzer Schmalspurbahnen in H0m gewählt - digital natürlich. Hier gab es wirklich nette Fahrzeuge von Weinert (externer Link) (mit hervorragenden Fahreigenschaften) und auch sonst genug Baumaterialien.
In den letzten drei Jahren hatte ich einige Wagen und 2 Triebwagen gebaut. Die Qualität und der Spaßfaktor waren wirklich hoch. Neue Techniken für den Modellbau und Airbrush mussten erlernt werden. Begonnen hatte ich mit Wagen von Weinert (externer Link), die aus Weißmetall und Messing bestehen.
In der Baugröße H0m gibt es Modelle von vielen Herstellern, oft auch als Bausätze. Im Vergleich zu den Weinert-Modellen mit vorgebogenen Wagenkästen setzen andere Hersteller auf die Falttechnik. Dabei wird der gesamte Wagenaufbau aus einem Stück Messingblech (geätzt) gefaltet.
Die Krönung des Fahrzeug-Modellbaus besteht im Bau von Triebfahrzeugen. Die Qualität der Weinert-Bausätze ist hier hervorragend. Lediglich das Nieten der Steuerungen bei Dampflokomotiven und das Anbringen von Leitungen bei älteren Bausätzen - die Neueren besitzen gegossene Leitungen - ist eine eher lästige Arbeit.
Die thematische Konzeption war bereits wesentlich detaillierter als zu meinen Spur N-Zeiten. Beginnen wollte ich mit einem Modell des Bahnhofs Hasselfelde.
Meine Ungeduld und geringe Produktivität zum einen und das Liebäugeln mit dem Thema Feldbahn zum anderen brachten schließlich kein richtiges Vorankommen. Erschwerend dazu wurde die Beanspruchung durch Beruf und Familie immer höher. Das Hobby Modellbahn kam fast zum Erliegen. Meine Ziele waren einfach zu hoch gesteckt. Die Zeit zum Überdenken war gekommen und eine richtige Zieldefinition musste her.
Die Zeit war aber bei Weitem nicht verschenkt. Ich habe mich doch eine Weile mit dem Modellbau und den eher unangenehmen Tätigkeiten wie Sandstrahlen und Lackieren beschäftigt. In diesem Zusammenhang sind eine Lackierbox und eine Strahlbox entstanden, die ich an anderer Stelle noch mal ausführlich vorstelle.
Das Thema Selectrix als Digitalsystem war der Schwerpunkt. Die Krönung war hier der vollständige Eigenbau von Komponenten (Schaltdekoder, Belegtmelder, etc.). In dieser Zeit hatte ich mich intensiv mit der photochemischen Herstellung von Leiterplatten und der Programmierung von Prozessoren beschäftigt. Das war eine wirklich interessante Zeit. Das war für mich nicht ganz neu. Bereits in meiner Jugend habe ich Leiterplatten selbst gezeichnet, geätzt und bestückt.
Nach zwei Versuchen mit der Modellbahn habe ich meine wahre Leidenschaft erkannt. Ich möchte keine richtige Modellbahn bauen, sondern mich vielmehr mit den Details beschäftigen. Und Details findet man am Besten bei größeren Maßstäben.
Ein nochmaliger Spurwechsel stand ins Haus. Ich habe lange (fast 2 Jahre) nach einer "richtigen" Entscheidung gesucht. Ich hoffe nun, dass ich mich endlich festgelegt und damit mein Hobby gefunden habe.
Das Thema Feldbahn - richtig wenig Bahn und viel Bau - interessiert mich schon eine geraume Zeit. Einen ersten Vorstoß brachte das Jahr 2002. Inspiriert durch einen Artikel in der Miba (externer Link) (siehe Literatursammlung) sollte ein kleines Diorama mit einer Ziegelei im Maßstab 1:87 entstehen. Fahrzeuge sollten von Burmester und Roco eingesetzt werden. Die Firma Burmester hatte sensationelle Fahrzeuge in H0n2 (7mm Spurweite) im Angebot. Gleise und Weichen waren auch erhältlich.
Leider stellte Burmester zu dieser Zeit gerade die Produktion ein, sodass keine Fahrzeuge mehr erhältlich waren. Den Feldbahndiesel von Roco wollte ich auf keinen Fall einsetzen. Interessant waren auch die kleinen Eggerfahrzeuge, die auf Ebay (externer Link) doch immer wieder mal erhältlich sind. Richtig gute Fahrzeuge kommen erst wieder in der heutigen Zeit (2005/2006) auf den Markt. Dazu zählen:
Bis heute ist im Maßstab 1:87 nichts Brauchbares zu finden. Die Lage auf dem Markt ist ein Desaster. Ich hatte allerdings auch unterschätzt, dass Feldbahn-Fahrzeuge in 1:87 natürlich viel kleiner sind als Normalspurfahrzeuge. Die Loren von Technomodell (externer Link) scheinen wie Wagen in Spur Z. Das fiel mir so richtig auf, als eine Technomodell-Lore auf meinem Tisch stand. Das Thema ist toll aber der Maßstab eigentlich zu klein. Vielleicht baue ich irgendwann noch mal ein kleines Diorama in H0f. Die benötigten Teile, außer der Lok, habe ich noch.
Irgendwann in 2004 habe ich einen Complexx (externer Link)-Katalog von Panier erhalten. Die hier gezeigten Fahrzeuge und Ausstattungsmaterialien im Maßstab 1:32 waren einfach zum Verlieben. Die Triebfahrzeuge werden alle nur in einmaligen Auflagen hergestellt und die Schönsten waren bereits vergriffen. Unter der Marke Écore (externer Link) vom gleichen Anbieter sind auch Fahrzeuge im Maßstab 1:45 verfügbar. Da der Unterschied zwischen Spur0 und Spur1 nicht so überwältigend ist, bin ich schließlich bei Spur0 gelandet. Bei Écore (externer Link) gibt es auch Bausätze für Loren (nicht in 1:32), die meinem Wunsch nach dem Selbstbau entsprechen. Triebfahrzeuge möchte ich in dieser Detaillierung nicht selbst bauen. Das Beschaffungen nicht immer ganz einfach sind, zeigt dieser Erfahrungsbericht.
Im späten Herbst 2005 habe ich dann endlich den Sprung gewagt und mein Modellbahn-Thema von Schmalspurbahnen in H0m auf Feldbahnen in 0f gewechselt. Diesmal mit einer klaren Zielstellung und viel weniger "Masse". Jeder Neuanfang erfolgt unter anderen Gesichtspunkten. Diesmal möchte ich wirklich nur das Machbare betrachten und mich mehr dem Modellbau widmen. Alles andere kommt nicht in Frage. Selbst wenn keine vollständige Anlage entsteht, so ist der detaillierte Diorama-Bau äußerst erstrebenswert.
Wenn ich jetzt so nach Jahren über das Thema Modellbahn nachdenke, so komme ich zu dem Schluss, dass die Auswahl eines Themas sehr viel Reife benötigt. Zu Anfang meiner Spur-N Zeiten hätte ich es nie für möglich erachtet, dass der Betrieb eines oder zweier Züge mein Hobby erfüllt. Umfangreiche Erfahrungen müssen gesammelt werden. Ich halte den Bereich Landschaftsgestaltung für sehr viel schwieriger als das rollende Material. Der Umgang mit Farben/Materialien und die gestalterische Umsetzung eines Themas benötigen Zeit - viel Zeit sogar.
Auch das Thema Selectrix und die Darstellung meiner Aktivitäten in Wort und Bild sind natürlich auch riesige Hobby-Tätigkeiten, die Zeit benötigen. Mittlerweile bin ich auch geduldiger geworden und lasse mir mehr Zeit bei meinem Hobby.